Erleben Sie „Der Kuss“ von Gustav Klimt in Wien – ein Meisterwerk des Symbolismus

Gustav Klimts Der Kuss (1907–1908) verwandelt eine 180 × 180 cm große Leinwand in ein strahlendes Feld aus Blattgold, Mustern und Intimität. Als wegweisendes Werk der Wiener Secession zeigt es ein Paar, das zwischen Ornament und Emotion schwebt, wobei flächige Verzierungen zarten Gesichtern, Händen und nackten Füßen Platz machen. Das Gemälde wurde erstmals 1908 ausgestellt und im selben Jahr für den österreichischen Staat erworben; bis heute ist es das begehrteste Gemälde im Belvedere – und eines, das einen Besuch unbedingt wert ist.

Wo befindet es sich?

Sie finden es in der Klimt-Galerie in den „Wien um 1900“-Räumen des Oberen Belvedere in Wien.

Tickets

Der Eintritt ist in der regulären Eintrittskarte für das Obere Belvedere enthalten; es ist kein separater Pass erforderlich. Es gilt eine zeitlich begrenzte Einlasszeit, aber sobald Sie drinnen sind, ist Ihr Aufenthalt zeitlich unbegrenzt.

Wählen Sie eine zweistufige Betrachtungsposition

Treten Sie ein paar Schritte zurück, um die quadratische Komposition des Gemäldes zu erfassen und zu sehen, wie das Paar das gesamte goldene Bildfeld auszufüllen scheint. Treten Sie dann näher heran, um den Kontrast zwischen den gemusterten Gewändern und der zart gemalten Haut der Gesichter, Hände und Füße zu betrachten.

Lassen Sie die metallische Oberfläche sich erst beruhigen, bevor Sie sie fotografieren

Bei Porträtaufnahmen ohne Blitz erzielen Sie die besten Ergebnisse, wenn Sie vermeiden, zu lange direkt vor der Person zu stehen. Da Gold und spiegelnde Oberflächen das Licht in der Galerie je nach Blickwinkel unterschiedlich reflektieren, erhalten Sie aus einem leichten seitlichen Winkel oft eine klarere Sicht und ein besseres Foto.

Besuchen Sie den Ort außerhalb der Mittagszeit

Am Oberen Belvedere herrscht vom späten Vormittag bis zum frühen Nachmittag reger Betrieb, insbesondere an Wochenenden und in den wärmeren Monaten. Wenn Sie „Der Kuss“ in ruhigerer Atmosphäre erleben möchten, sollten Sie versuchen, einen der ersten Eintrittszeiträume zu ergattern, oder die Ausstellung nach etwa 16 Uhr besuchen, da es in den Klimt-Sälen zu dieser Zeit in der Regel weniger voll ist.

Nutzen Sie einen Leitfaden zum Kontext des Wien der 1900er Jahre

Eine Führung liefert nützliche Hintergrundinformationen, die man leicht übersieht, wenn der Raum überfüllt ist. Die 1,5-stündigen Headout-Führungen verbinden „Der Kuss“ mit Klimts „Goldener Phase“, der Wiener Secession sowie nahegelegenen Werken von Egon Schiele und Oskar Kokoschka.

Lassen Sie das Gemälde 20 bis 30 Minuten trocknen

Auch wenn Der Kuss Ihr Hauptziel ist, lohnt es sich, das Bild genauer zu betrachten. Planen Sie mindestens 20 bis 30 Minuten für die Besichtigung des Gemäldes ein und etwa 1,5 bis 2 Stunden, wenn Sie zusätzlich die Innenräume des Oberen Belvedere und die angrenzenden Galerien besichtigen möchten.

Gehen Sie weiter durch die nahegelegenen Klimt-Räume

Hören Sie nicht nach der Arbeit an der Überschrift auf. Das Obere Belvedere beherbergt die weltweit größte Klimt-Sammlung, sodass Sie durch die Betrachtung von „Der Kuss“neben anderen Gemälden Klimts ein viel klareres Bild davon erhalten, wie er sich zwischen Porträtmalerei, Symbolismus und dekorativer Gestaltung bewegte.

Schon gewusst?

Gekauft, bevor es fertig war

Als Der Kuss 1908 auf der Kunstschau in Wien erstmals ausgestellt wurde, erwarb der österreichische Staat das Gemälde, noch bevor Klimt es vollständig fertiggestellt hatte.

Eine rekordverdächtige Übernahme

Der Staat zahlte 25.000 Kronen für Der Kuss, eine für die damalige Zeit in Österreich außergewöhnlich hohe Summe für ein Gemälde.

Gold und Silber auf Leinwand

Klimt kombinierte Ölfarbe mit Blattgold und Blattsilber, wodurch das Bild seinen juwelenartigen Glanz erhielt und zu einem der prägenden Werke seiner Goldenen Phase wurde.

Ein monumentaler Platz

Die Leinwand misst 180 × 180 cm. Dieses nahezu perfekte quadratische Format verleiht der Umarmung eine ikonische, altarähnliche Ausstrahlung.

Das Muster hebt die beiden Figuren unterschiedlich hervor

Das Gewand des Mannes besteht aus Rechtecken und schwarz-weißen Blöcken, während das Kleidungsstück der Frau mit Kreisen, Blumen und sanfteren Kurven verziert ist. Klimt nutzt Ornamente, um Energie, Stimmung und Geschlecht zu unterscheiden.

Byzanz hat dazu beigetragen, es zu prägen

Klimts Faszination für goldene Oberflächen vertiefte sich, nachdem er byzantinische Mosaike in Ravenna gesehen hatte. Ihre schimmernden, heiligen Hintergründe finden ihren Widerhall in Der Kuss.

Der Naturalismus kommt nur dort zum Tragen, wo es am wichtigsten ist

Ein Großteil des Körpers verschmilzt mit dem ornamentalen Dekor, doch die Gesichter, Hände und nackten Füße sind weiterhin fein modelliert. Durch diesen Kontrast wirkt der menschliche Kontakt noch intimer.

Die Umgebung ist weniger friedlich, als es auf den ersten Blick scheint

Das Paar steht auf einer Blumenwiese, die abrupt an einem dunklen Rand endet. Die Komposition schafft einen Ausgleich zwischen Zärtlichkeit und einem leisen Gefühl von Risiko.

Die Geschichte hinter *Der Kuss*

Wien um die Jahrhundertwende

„Der Kuss“ entstand um 1900 in Wien, als Künstler neu darüber nachdachten, was moderne Kunst sein könnte. Gustav Klimt hatte sich bereits von konservativen Institutionen losgesagt und war Mitbegründer der Wiener Secession, einer Bewegung, die sich dem Experimentieren, dem Symbolismus und dem Design verschrieben hatte. Anstatt bildende Kunst und Dekoration voneinander zu trennen, behandelte Klimt beide als gleichwertig. Dieses kulturelle Klima bot ihm den Freiraum, ein so radikales Gemälde wie Der Kuss zu schaffen.

Klimts goldenes Experiment

In den Jahren 1907–1908 war Klimt in die Phase eingetreten, die heute als seine „Goldene Phase“ bezeichnet wird. Er untersuchte, wie Blattgold, flächiger Raum und ornamentale Muster eine menschliche Figur in etwas verwandeln können, das zugleich sinnlich und heilig ist. In „Der Kuss“ befindet sich das Paar nicht in einem realistischen Raum oder einer realistischen Landschaft; es scheint in einem Meer aus Gold, Blumen und emotionaler Intensität zu schweben. Die Wirkung ist intim, aber auch feierlich.

Das Debüt von 1908

Das Gemälde wurde erstmals 1908 auf der Kunstschau in Wien der Öffentlichkeit präsentiert. Die Resonanz war so unmittelbar und groß, dass der österreichische Staat das Werk noch während der Ausstellung erwarb. Das war entscheidend: Ein Werk, das einst an der Spitze des modernen Geschmacks stand, wurde schnell als nationales Kulturgut anerkannt. Es gelangte nicht erst nach jahrhundertelanger Anerkennung in eine öffentliche Sammlung, sondern zu seiner Zeit.

Von der modernen Provokation zur kulturellen Ikone

Klimts Kunst stieß nicht immer auf uneingeschränkte Akzeptanz, und seine früheren Werke waren wegen ihrer Sinnlichkeit und Symbolik in die Kritik geraten. „Der Kuss“ wurde jedoch zu einem der wenigen Bilder, das sowohl den Ambitionen der Avantgarde als auch der Bewunderung des Publikums gerecht wurde. Im Laufe der Zeit entwickelte es sich von einem kühnen, modernen Statement zu einem der bekanntesten Bilder Österreichs. Reproduktionen finden weit über die Museumsmauern hinaus Verbreitung, doch das Original wirkt in natura immer noch weitaus greifbarer und strahlender.

Warum Belvedere für seine Geschichte von Bedeutung ist

Im Belvedere steht Der Kuss nicht als einzelnes berühmtes Bild für sich allein. Es fügt sich in das Gesamtbild des Wien um 1900 ein und steht neben anderen Werken Klimts, sodass man es als Teil einer künstlerischen Welt und nicht als eigenständige Ikone betrachten kann. Dieser Kontext verändert die Wahrnehmung: Das Gemälde ist weniger ein Souvenirbild als vielmehr ein Wendepunkt in der modernen Kunst. Sein heutiger Standort trägt dazu bei, sowohl seine Schönheit als auch seine historische Bedeutung zu erklären.

Wer hat *Der Kuss* geschaffen?

Gustav Klimt (1862–1918) war ein österreichischer Maler und eine der führenden Persönlichkeiten der Wiener Secession, jener Bewegung, die die Wiener Kunst um die Wende zum 20. Jahrhundert über die akademischen Konventionen hinausführte. In „Der Kuss“ verband Klimt symbolistische Bedeutung mit dekorativer Brillanz und verwandelte mithilfe von Ölfarbe, Blattgold und Blattsilber eine innige Umarmung in etwas fast Heiliges. Anstatt Körper vollständig naturalistisch darzustellen, ließ er Gesichter, Hände und Füße aus einem Musterfeld hervortreten, wodurch er den Raum verflachte und zugleich die Emotionen verstärkte. Diese Balance zwischen Sinnlichkeit und Abstraktion prägt auch Werke wie Judith I, Porträt von Fritza Riedler und den Beethoven-Fries. „Der Kuss“ gehört zu Klimts berühmter „Goldener Phase“, in der byzantinisch inspirierte Oberflächen und kühne Ornamente zu zentralen Elementen seines Schaffens wurden. Sein Einfluss reicht weit über Wien hinaus: Er trug dazu bei, die moderne Malerei neu zu definieren, indem er bewies, dass Dekoration, Symbolik und psychologische Tiefe in einem einzigen Bild koexistieren können.

Häufig gestellte Fragen zu *The Kiss*

Wenn Sie das Klimt-Museum „Der Kuss“ in Wien suchen, begeben Sie sich zum Oberen Belvedere.

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