Lohnt sich ein Besuch im Wiener Rathaus?

  • Das Erste, was einem am Wiener Rathaus auffällt, ist, wie theatralisch es wirkt. Die Fassade ragt wie ein Wald aus Türmen empor, und sobald man das Gebäude betritt, vermitteln die prächtigen Treppen, die Buntglasfenster und der polierte Stein den Eindruck, dass es sich eher um einen Palast als um ein Rathaus handelt.
  • Es wurde in der Zeit der Wiener Ringstraße erbaut, um der schnell wachsenden Stadt ein städtisches Wahrzeichen zu geben, das selbstbewusst, modern und unverkennbar bedeutend wirkte. Friedrich Schmidts Entwurf im neugotischen Stil machte das Rathaus zu einem Bauwerk, das man bereits von der Straße aus „lesen“ kann.
  • Das Besondere daran ist, zu sehen, wie Wien die öffentliche Macht inszeniert: nicht als etwas Verborgenes, sondern in Sälen, Innenhöfen und Prunksälen, die auch heute noch genutzt werden. Man verlässt die Stadt mit einem deutlicheren Gespür für den Stolz der Stadt, nicht nur für ihre Politik.
  • Lassen Sie diese Option aus, wenn: Sie ausschließlich Attraktionen bevorzugen, die Sie auf eigene Faust erkunden können, oder wenn Sie sich nicht an eine festgelegte Besichtigungszeit an einem Wochentag anpassen können.

Was gibt es im Wiener Rathaus zu sehen?

Main facade and Rathausmann at Vienna City Hall
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Hauptfassade und Rathausmann

Beginnen Sie draußen. Der zentrale Turm und der „Rathausmann“ aus Eisen geben sofort den Ton an, und die gesamte Fassade lässt sich am besten vom Rathausplatz oder vom Rathauspark aus bewundern, wo Sie die kathedralenartige Silhouette des Gebäudes in einem einzigen Blick erfassen können.

Rathausplatz

Der Platz davor verändert sich je nach Jahreszeit auf dramatische Weise: Weihnachtsmarkt und Eislaufen im Winter, Open-Air-Filmabende im Sommer. Ihr Besuchstermin prägt das Erlebnis hier stärker als bei den meisten anderen Wiener Sehenswürdigkeiten.

Prächtige Treppen

Die erste echte Enthüllung der Tour. Breite Steinstufen, schmiedeeiserne Geländer und Buntglasfenster bilden einen der fotogensten Innenräume des Gebäudes, insbesondere vom Treppenabsatz im Zwischengeschoss aus, von wo aus man den Blick zurück auf den Eingangsbereich richtet.

Wappenhallen

Diese Prunksäle säumen den Weg mit Wappendarstellungen, Kassettendecken und überdimensionalen Kronleuchtern. Sie helfen Ihnen dabei, das Rathaus nicht nur als Gebäude zu betrachten, sondern als Ausdruck der föderalen Identität Österreichs.

Festsaal

Der größte Saal im Rathaus wirkt, als sei er für große Anlässe geschaffen worden: eine riesige Gewölbedecke, 16 Kronleuchter und ein Parkettboden aus den 1880er Jahren. Die Führungen finden in der Regel statt, wenn das Gebäude leer ist, wodurch man seine Größe besser erfassen kann.

Ratssaal

Dies ist das Herzstück der Stadtverwaltung, dessen Mittelpunkt ein monumentaler Kronleuchter bildet, der so groß ist, dass das Wartungspersonal darin Platz findet. Der Zugang hängt vom Zeitplan der Stadt ab, daher sind die Terminfenster für Führungen an Wochentagen hier von Bedeutung.

Senatssaal

Einer der prächtigsten Räume auf dem Rundgang, mit Wänden aus Seidendamasz, einer vergoldeten Decke, Porträts der Bürgermeister und einem beeindruckenden Majolika-Kamin aus dem Jahr 1885. Es belohnt das bedächtige Betrachten mehr als das schnelle Fotografieren.

Arkadenhof-Innenhof

Der von Arkaden umgebene Innenhof bietet nach den imposanten Innenräumen eine willkommene Atempause. Mit seinen Spitzbögen und dem offenen zentralen Bereich vermittelt er fast schon venezianisches Flair und ist oft einer der ruhigsten Bereiche des Komplexes.

Stone Halls und Nordbuffet

Diese Nebenräume werden für Hochzeiten, Empfänge und gesellschaftliche Veranstaltungen genutzt, wodurch sie eher einen wohnlichen als einen inszenierten Eindruck vermitteln. Der Zugang ist unterschiedlich, doch schon ein kurzer Blick zeigt, wie sehr das Rathaus nach wie vor sowohl repräsentative als auch praktische Funktionen erfüllt.

So erkunden Sie das Wiener Rathaus

  • Planen Sie 20–30 Minuten ein, wenn Sie sich nur die Außenansicht, den Rathausplatz und ein paar Fotos ansehen möchten; für den vollständigen offiziellen Besuch, einschließlich des Einlasses und des geführten Rundgangs durch das Innere, sollten Sie jedoch 60–90 Minuten einplanen.
  • Wenn Sie während des Weihnachtsmarkts, der Eislaufsaison oder des Sommerfilmfestivals zu Besuch sind, lässt sich Ihr Aufenthalt ganz mühelos auf zwei Stunden oder mehr ausdehnen, ohne dass es sich gezwungen anfühlt.
  • Am sinnvollsten ist es, draußen am Rathausplatz oder im Rathauspark zu beginnen, um einen vollständigen Blick auf die Fassade zu erhalten, und dann über den Friedrich-Schmidt-Platz zur Führung um 13:00 Uhr zu gehen, sofern Sie sich dafür angemeldet haben.
  • Im Inneren lässt sich der Rundgang am besten als Abfolge erleben: zuerst die Treppenhäuser, dann die Festsäle und schließlich der Innenhof, da sich das Gebäude schrittweise von seiner öffentlichen Pracht hin zu den bürgerlichen Details offenbart.
  • Unbedingt sehenswert: die Prunktreppen, die Festsaalhalle, der Kronleuchter im Ratssaal und der Arkadenhof.
  • Optional: die „Stone Halls“, sofern sie zugänglich sind, sowie ein erneuter Besuch nach Einbruch der Dunkelheit, um die beleuchtete Fassade zu bewundern; dies verlängert die Besichtigung um etwa 20 Minuten.
  • Der geführte Rundgang ist hier von Bedeutung, da die beeindruckendsten Innenräume nur im Rahmen der offiziellen Führung besichtigt werden können und der Audioguide die Räume auf eine Weise verständlich macht, wie es ein eigenständiger Rundgang durch das Gebäude nicht vermag.

Kurze Geschichte des Wiener Rathauses

    1. Jahrhundert:
    Die Neugestaltung der Wiener Ringstraße schuf den Rahmen für ein neues Rathaus, das dem wachsenden politischen Gewicht der Hauptstadt gerecht werden sollte.
  • 1872: Die Bauarbeiten beginnen unter der Leitung des Architekten Friedrich Schmidt, der dem Gebäude sein neugotisches Erscheinungsbild mit Türmen, Arkaden und Spitzfenstern verleiht.
  • 1883: Das Wiener Rathaus wird nach elf Jahren fertiggestellt und wird zum Amtssitz des Bürgermeisters und des Gemeinderats.
  • 1885: Die Zunft der Kaminbauer präsentiert den Majolika-Kamin im Senatssaal, eines der markantesten dekorativen Elemente des Gebäudes.
  • 1985: Im Rahmen der Restaurierungsarbeiten wird eine Nachbildung des Rathausmanns in Originalgröße angefertigt, sodass Besucher den berühmten Eisenritter aus nächster Nähe betrachten können.
  • Heute: Das Rathaus dient nach wie vor als Sitz der Stadtverwaltung, während ausgewählte Räumlichkeiten für Führungen, Konzerte, Bälle und große öffentliche Veranstaltungen auf dem Rathausplatz zur Verfügung stehen.

Wer hat das Wiener Rathaus erbaut?

Das Wiener Rathaus wurde von Friedrich Schmidt entworfen und im Zuge des Baubooms an der Wiener Ringstraße in Auftrag gegeben – sowohl als symbolisches Zeichen der Stadt als auch als funktionales Rathaus. Sein Entwurf im Stil der Neugotik verlieh der Stadtverwaltung die visuelle Autorität eines großartigen Denkmals, während er gleichzeitig den täglichen Geschäften der Stadt diente.

Die Architektur des Wiener Rathauses

Stil

Neugotik, die schon auf den ersten Blick einen feierlichen Eindruck vermitteln soll; die Turmspitzen, das Maßwerk und der Turm lassen ein Regierungsgebäude fast wie eine weltliche Kathedrale wirken.

Materialien

Steinfassaden, Buntglasfenster, schmiedeeiserne Details und der eiserne „Rathausmann“ verleihen dem Gebäude eine Mischung aus bürgerlicher Solidität und dekorativer Pracht.

Turm

Der 97,9 Meter hohe Hauptturm, gekrönt vom 5,4 Meter hohen „Rathausmann“, verleiht dem gesamten Komplex seine vertikale Dramatik und bildet einen markanten Blickpunkt in der Skyline, den man vom gesamten Ring aus erkennen kann.

Vor Ort

Im Inneren sorgen die prächtigen Treppen, die Gewölbedecken und der von Arkaden gesäumte Arkadenhof dafür, dass sich das Erlebnis von der monumentalen Außenansicht zu einer überraschend theatralischen Innenraumfolge wandelt.

Architekt

Friedrich Schmidt bediente sich der Formensprache der gotischen öffentlichen Architektur, um der Wiener Stadtverwaltung einen historischen, selbstbewussten und unverkennbaren Charakter zu verleihen.

Warum das Wiener Rathaus nach wie vor das Herz der Stadt ist

Im Gegensatz zu vielen prächtigen europäischen öffentlichen Gebäuden ist das Wiener Rathaus keine erhaltene Hülle, die lediglich für Besucher geöffnet ist. Dort finden nach wie vor Ratssitzungen, Pressekonferenzen, Hochzeiten, saisonale Feste und einige der bekanntesten öffentlichen Feierlichkeiten der Stadt statt. Diese lebendige Rolle verändert die Atmosphäre. Bei einem Besuch finden Sie vielleicht einen ruhigen Innenhof und offene Treppen vor; bei einem anderen Besuch ist der Platz möglicherweise mit Sitzgelegenheiten für das Filmfestival oder mit Weihnachtsmarktbeleuchtung geschmückt. Das Gebäude lässt sich am besten verstehen, wenn man es als Wiens öffentliche Bühne betrachtet: teils Rathaus, teils Veranstaltungsort, teils Symbol für das Selbstverständnis der Stadt.

Häufig gestellte Fragen zum Wiener Rathaus

Ja, vor allem, wenn Sie Ihren Besuch so planen können, dass er mit der Führung durch die Innenräume an einem Wochentag zusammenfällt. Die Fassade ist an sich schon beeindruckend, doch die Treppenhäuser, die Festsaal und die Ratssäle verleihen dem Gebäude seine ganz eigene Note.